Ulrich Hinz
Die mittelalterlichen Handschriften in der Erzbischöflichen Akademischen
Bibliothek Paderborn. Bemerkungen zur Erfassung und zum Bestand
Als die seit 1887 von den Professoren der Philosophisch-Theologischen Hochschule errichtete Handbibliothek im Jahre 1896 als Bischöfliche Akademische Bibliothek im Konvikt der Theologen untergebracht wurde, war ihr Besitz an mittelalterlichen Handschriften mit dem der heutigen Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn an Umfang und Bedeutung in keiner Weise zu vergleichen. Die Codices der Theodoriana wurden in der Folge des Kulturkampfes in der Bibliothek des Gymnasiums verwahrt, andere umfangreiche Sammlungen waren noch nicht an die junge Institution übergeben worden. Die mitunter turbulente Geschichte der Theodoriana ist in verschiedenen Publikationen ihrer Direktoren Klemens Honselmann und Karl Hengst detailliert dargestellt worden (1), so daß hier auf eine neuerliche Nachzeichnung verzichtet werden kann. Die von Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg fundierte und nach ihm benannte Bibliothek der alten Jesuitenuniversität, die auch noch auf Schätze des alten Domklosters zurückgreifen konnte, war in den Wirren des 30-jährigen Krieges, des Kulturkampfes und des Zweiten Weltkrieges wiederholt elementaren Gefahren ausgesetzt, die die Erfüllung ihrer von Fürstbischof Wilhelm von der Asselburg 1782 formulierten Aufgabe, den Gelehrten und Studierenden sowie der Öffentlichkeit mit ihrem Wissensschatz zu assistieren (2), immer wieder verhinderte. Nicht mehr genau zu beziffernde Verluste und der Verkauf von Handschriften nach dem Tod von Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg an die Stadtbibliothek in Leipzig minderten den Bestand. Während des 30-jährigen Krieges wie des Zweiten Weltkrieges sollte die Bibliothek sogar vollständig aus Paderborn verbracht werden.
Gegenläufig zu solchen, stets von neuem auftretenden Bedrohungen erlebte die Erzbischöfliche Akademische Bibliothek hinsichtlich des Besitzes an mittelalterlichen Handschriften während der hundert Jahre ihrer Existenz, von 1896 bis 1996, einen bedeutenden Zuwachs. Nachdem 1913/14 ein eigener Bibliotheksflügel im Leokonvikt angebaut worden war, kamen innerhalb von zwei Jahrzehnten die noch heute den Großteil ausmachenden Bestände hinzu: 1925 wurden die wohl schon zuvor hier verwahrten Handschriften der Abteilung Paderborn des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens als Depositum übernommen, 1929 diejenigen der Theodoriana und des Archivs des Paderborner Studienfonds aus dem Gymnasium überstellt, 1931 schließlich Teile der Dechaneibibliothek Höxter inkorporiert, darunter auch die mittelalterlichen Handschriften aus Corvey und Bursfelde (3). Zu diesen Beständen zählen heute 119 von 127 Handschriften, die in der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek verwahrt werden (4) . Die Theodoriana und der Studienfonds stellen hieran den größten Anteil: 59 Codices und elf an Inkunabeln oder Postinkunabeln angebundene Handschriften. Zum Bestand Corvey/Bursfelde/Höxter zählen 23 mittelalterliche Handschriften, zu dem des Altertumsvereins derer 26. Hinzu kommen sieben Handschriften der Akademischen Bibliothek (5) und ein deponiertes Evangeliar aus der Pfarrei Willebadessen.
Dieser Handschriftenbesitz ist in verschiedenen Unternehmen teilweise katalogisiert und kurz beschrieben worden, größtenteils noch bevor er seine heutige Heimat im Bibliotheksflügel des Leokonviktes fand. In den Jahren 1896 und 1897 verzeichnete Wilhelm Richter die im Gymnasium befindlichen Handschriften der Theodoriana (6) , die nicht zu demjenigen Teil der Bibliothek gehörten, der 1896 als für den Schulbetrieb wertlos an die Akademische Bibliothek der Theologischen Fakultät übergeben wurde. Die Handschriften im Besitz des Altertumsvereins wurden 1899 von Bernhard Stolte, dem Archivar des Vereins, bearbeitet (7). Aus diesen beiden Beständen fertigte Alois Bömer für das Handschriftenarchiv der Deutschen Kommission der ehemaligen Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin insgesamt 21 Beschreibungen von Handschriften an (8). Die Manuskripte mit der Provenienz Corvey/Bursfelde/Höxter sind etwa zur Hälfte nach Lehmanns Corveyer Studien, weitere nach dem Verzeichnis von Klemens Honselmann zu identifizieren (9). Handschriftliche Texte, die an die Inkunabeln der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek angebunden sind, können in ihrer Existenz nach dem jüngst erschienenen Inkunabelkatalog erschlossen werden (10). Verschiedene Codices wurden zudem in den letzten Jahren in Ausstellungen der Öffentlichkeit vorgestellt (11). Eine Gesamtübersicht über die verschiedenen Bestände fehlte jedoch bisher, so daß der interessierte Fachwissenschaftler bei seiner Recherche auf eine Vielzahl von Kompendien zurückgreifen mußte. Darüber hinaus sind in den modernen Ansprüchen nicht genügenden Verzeichnissen von Richter und Stolte eine Reihe von Handschriften ungenannt und ihre Texte nicht hinreichend bestimmt, so daß ihre Existenz systematisch kaum erfaßt werden konnte (12), ebenso wie die der Provenienz Corvey/Bursfelde/Höxter. Die an Postinkunabeln angebundenen Handschriften wurden bisher überhaupt nicht herangezogen (13).
Die im Anschluß vorgestellten Kurzbeschreibungen der mittelalterlichen Handschriften in der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn bieten somit den ersten vollständigen Überblick über den Bestand. Diese Beschreibungen sind entstanden in der Durchführung des von Dr. Bertram Haller geleiteten Projektes Handschriftencensus Westfalen an der Universitäts- und Landesbibliothek Münster, welches eine vollständige Inventarisierung und Kurzbeschreibung aller mittelalterlichen Handschriften anstrebt, die gegenwärtig in Westfalen verwahrt werden (14). Das Unternehmen stellt das Schwesterprojekt des Handschriftencensus Rheinland dar (15) und führt Vorarbeiten des Projektes Westphalica unter der Leitung von Prof. Dr. Ferdinand Seibt, Bochum, fort (16) . Räumliche und zeitliche Ausbreitung sind klar definiert: Arbeitsgebiet ist der westfälische Landesteil von Nordrhein-Westfalen, also in heutigen Verwaltungstermini die Regierungsbezirke Münster, Detmold und Arnsberg. Erfaßt werden Handschriften bis zum Stichjahr 1550 oder im Zweifelsfall, soweit nicht exakt datierbar, des 16. Jahrhunderts. Die Inventarisierung der mittelalterlichen Handschriften in Westfalen stellt eine Aktualisierung und Erweiterung des bisherigen Informationsstandes in Aussicht, da sich die Recherche nach möglichen Verwahrorten trotz moderner Kompendien auch immer noch auf die alte Reihe der Inventare der nichtstaatlichen Archive stützen muß, die schon vor dem Zweiten Weltkrieg beendet wurde (17). Nach den auf Literaturrecherche und Rundschreiben basierenden Übersichten über die Existenz und Zusammensetzung von Handschriftenbeständen (18) im deutschen und die Provenienzen der Handschriften (19) im deutsch-schweizerischen Raum soll nun für die Region Westfalen eine Erfassung der Bestände und eine Bestimmung des gegenwärtigen Verwahrortes durch zusätzliche Autopsie vorgenommen werden. Dies rechtfertigt sich durch die aus der Säkularisation resultierende Streuüberlieferung mittelalterlicher Handschriften in Westfalen, die in einer Vielzahl von Fällen noch als Klein- oder Kleinstbestände dezentral verwahrt werden und zum Teil unbekannt sind (20). Vor allem die Erfassung solcher Kleinbestände ist nur in einem überlokalen Projekt zu leisten. Auch die größeren Handschriftensammlungen Westfalens sind bisher nur zu einem geringen Teil erschlossen. Lediglich die Wissenschaftliche Stadtbibliothek in Soest und die Universitäts- und Landesbibliothek Münster haben ihren Bestand nach den Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft wissenschaftlich beschreiben lassen (21). Die zu erarbeitende Handschriftentopographie wird somit einen vollständigeren Überblick als bisher über die gesamte Region geben und auch die Neuerwerbungen oder Verluste der jüngeren Vergangenheit berücksichtigen können.
Der Census handhabt den Begriff "Handschrift" in einem ersten Zugriff nach äußeren, rein materiellen Kriterien als gebundenes, handgeschriebenes Buch, schließt jedoch Archivgut, also aus der Registratur hervorgegangene ausschließliche Zusammenstellungen von Rechts- und Geschäftsakten wie Kopiare, Urbare, Rechnungs- Missiv- oder Briefbücher, Hebe- oder Lehnsregister und ähnliches aus (22). Neben literarischen und liturgischen Texten werden auch Memorienbücher aufgenommen. Auf Fragmente wird hingewiesen, eine nähere Bestimmung ist jedoch in der Regel nicht möglich.
Jede Handschrift wird neben der Erfassung auch kurz beschrieben. In Anbetracht des Umfangs, den sich der Census mit der Bearbeitung des gesamten westfälischen Landesteils gesetzt hat, kann das Leitmotiv der Beschreibung nur mit der Betonung auf "kurz" verstanden werden. Die Ausführlichkeit der jeweiligen Handschriftenautopsie muß stets an der Praktikabilität des Gesamtprojektes gemessen werden, welches durch eine tiefgreifendere Untersuchung der Codices, die trotzdem doch den DFG-Richtlinien nicht genügen könnte (23), gefährdet wäre. Der Census strebt somit nicht an, im Sinne der Katalogisierungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft die einzelnen Handschriften erschöpfend zu beschreiben, sondern will ein Bestandsverzeichnis nach fest umrissenen räumlichen und zeitlichen Aspekten anbieten, das eine weiterführende Katalogisierung vorbereiten soll (24).
Das Frage- und Beschreibungsraster, welches an die Codices angelegt wird, lehnt an dasjenige des Handschriftencensus Rheinland an (25). Nach der Nennung des heutigen Verwahrortes und des Bestandes mit Signatur werden die Handschriften jeweils so genau beschrieben, daß sie in ihrem Äußeren grob gekennzeichnet und nach ihrem Inhalt erschlossen, für den späteren Benutzer damit eindeutig identifiziert sind. Nach der Bestimmung des Verfassers beziehungsweise des (Sach-)Titels des vorliegenden Textes, gegebenfalls mit Hinweis auf die Sprache, werden zur äußeren Gestalt Beschreibmaterial (Pergament oder Papier), Umfang und Format (Höhe x Breite in cm) des Buchblocks aufgeführt, dazu kurze Angaben zum Buchschmuck. Weiterführende kodikologische Untersuchungen wie detaillierte Angaben zu den Lagenverhältnissen, den Einbänden und Wasserzeichen, den Schriftarten und den Besonderheiten der Hände unterbleiben (26). Es folgen die Provenienz, falls ohne aufwendige Recherche zu bestimmen, und die Datierung der Handschrift. Bei der Vorstellung des Inhaltes von Sammelhandschriften beschränkt sich der Census auf die Angabe von Verfasser und/oder Titel der einzelnen Texte, wobei die Erfassung aller Texte angestrebt wird. Zusätze in spitzen Klammern geben die in den Handschriften vorgefundene Zuweisung an (Pseudo-)Autoren wieder, Fragezeichen eine unsichere Zuschreibung. Die Unvollständigkeit von Texten wird vermerkt, in der Regel jedoch in ihrem Ausmaß nicht bestimmt. Schreiber, die sich in der Handschrift nennen, werden verzeichnet. Anschließend werden Hinweise zur Geschichte der Handschrift gegeben: Spätere Eintragungen, etwaige Vorbesitzer oder Beziehungen zu anderen Codices werden hier aufgelistet. Abschließend werden Editionen und Literatur genannt, in der Regel jedoch nur, soweit sie die vorliegende Handschrift berücksichtigt haben.
Ohne einer noch notwendigen tiefergreifenden Erschließung der mittelalterlichen Handschriften der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn vorgreifen zu wollen, soll zur Feier des hundertjährigen Bestehens der Bibliothek auf der Grundlage des Handschriftencensus Westfalen ein erster Überblick über den Bestand gegeben werden. In diesem spiegelt sich das östliche Westfalen als Klosterlandschaft, aus deren Bibliotheken die heute in der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek verwahrten Handschriften zu weiten Teilen zusammengetragen sind. Insbesondere das benediktinische Mönchtum ist stark vertreten. Aus den Klosterbibliotheken von Abdinghof, Bursfelde und Corvey befinden sich insgesamt 65 mittelalterliche Handschriften in Paderborn. Die Bibliothek aus Abdinghof stellt den größten Anteil: Insgesamt 42 mittelalterliche Handschriften entstammen dem Petrus- und Pauluskloster. Neben verschiedenen Besitzeinträgen und Subskriptionen sind sie auch zu identifizieren durch mit Einzelstempeln versehene Einbände, die Petrus und Paulus, Benedikt, Maria mit Kind oder das Einhorn zeigen sowie durch in ihnen zum Teil vermerkte "N"-Signaturen (27). Insgesamt 17 Handschriften tragen eine solche "N"-Signatur, die Aufschluß über die Aufstellung in der Klosterbibliothek bieten. Hier ist eine thematische Ordnung nicht zu erkennen, vielmehr scheint man nach Größe geordnet zu haben. So hat die niedrigste Signatur "N.4" (heute Ba 81) mit 10,6 x 6,8 cm das kleinste Format der signierten Handschriften, in deren Nähe "N.7" (Ba 78) und "N.8" (Ba 82) mit 13,8 x 10,2 cm und 10 x 7,6 cm standen. Von "N.85a" bis "N.93" liegen noch sechs Handschriften vor, die alle cirka 30 x 20 cm messen (28).
Die Abdinghofer Bibliothek ist aufgrund ihrer Zerstreuung in der Folge der Säkularisation nur teilweise in die damalige Universitätsbibliothek gekommen, da die letzten Mönche wohl zum Teil Bücher mitgenommen haben und der für wertvoll erachtete Teil der Bibliothek zum Nutzen des Staates verkauft wurde (29). Aus der frühen Zeit des um 1014/15 gegründeten Klosters und seiner bibliothekarischen Grundausstattung sind heute in der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek keine Codices mehr vorhanden (30). Vielmehr sind alle vorhandenen Handschriften dem Spätmittelalter zuzurechnen, wobei gut zwei Drittel der Zeit nach dem Beitritt Abdinghofs zur Bursfelder Kongregation im Jahr 1477 angehören. Allein aus den Jahren 1494 bis 1510 liegen neun datierte Handschriften vor, eine Reihe weiterer undatierter Manuskripte dürfte demselben Zeitraum entstammen. Der Abdinghofer Handschriftenbestand kann somit als Beispiel für die Blüte der Bibliotheken gelten, die durch den Beitritt zur Bursfelder Kongregation ausgelöst wurde (31) . Dieser Eindruck tritt durch den Verlust der älteren Codices vielleicht unproportional stark in den Vordergrund, ist in seiner Tendenz aber doch eindeutig. So folgte in den Jahren nach 1477 unter den Äbten Heinrich Scroder von Peine und Johannes von Soest eine Neuausstattung des Konvents mit liturgischen Handschriften, die das Erreichen des Kernziels der Bursfelder Reform, der conformitas in Disziplin und Liturgie aller angeschlossenen Klöster (32), sicherstellen sollte. Den Anfang machten ein Lectionarium officii (Cod. 124) aus dem Jahr 1479 und ein Collectarius (Pa 64), dessen Kalendar Feste aufweist, die von der Bursfelder Kongregation 1493 eingeführt wurden (33). Im Jahr 1507 wurde das Abdinghofer Graduale (Ba 1) fertiggestellt, dessen Sequenzen aus dem Bursfelder Missale übernommen wurden (34). Die mit zahlreichen, zum Teil illuminierten Schmuckinitialen und fleuralen Randverzierungen versehene Handschrift ist als Produkt des Abdinghofer Skriptoriums anzusehen, das auch zur Herstellung von Prachthandschriften in der Lage war (35). Welche Bedeutung der Beitritt zur Bursfelder Kongregation für das konventuale Leben hatte, verdeutlicht auch die Tatsache, daß die Caeremoniae und der Ordinarius nigrorum monachorum ordinis S. Benedicti de observantia Bursfeldensi gleich mehrfach vorliegen: neben der Inkunabel aus der Druckerei der Brüder vom Gemeinsamen Leben in Marienthal von 1475 noch zwei handschriftliche Fassungen (Pa 50, Ba 46), die auf 1494 und 1506 datiert sind (36).
Unter den theologischen Handschriften der Abdinghofer Klosterbibliothek ist vor allem der Summakommentar des Johannes Tinctoris (Ba 21) bemerkenswert, neben dem auch die Summa contra Gentiles (Ba 17) und die Summa Theologiae, Pars Prima Secundae (Ba 20) des Aquinaten vorzufinden sind. Johannes Tinctoris, Weltkleriker aus Tournai, hatte sich 1423 in Köln immatrikuliert und war dort seit 1440 Professor der Theologie. Als Schüler von Heinrich von Gorkum verfaßte er den wohl ersten Kommentar zur Summa Theologiae, der die allmähliche Verdrängung der Sentenzen des Petrus Lombardus durch die Summa des Thomas von Aquin an der Kölner Universität einleitete (37). Der Text des Tinctoris zugeschriebenen Kommentars zur Pars prima ist bisher nur nach einer fragmentarischen Überlieferung der ersten 12 Quaestionen in einem Codex der Wiener Dominikanerbibliothek untersucht, scheint darüber hinaus aber auch in St. Omer vorhanden zu sein (38). Isnard W. Frank hält es jedoch für wahrscheinlich, daß die im Wiener Dominikanerkonvent vorliegende Fassung schon nicht mehr der Text des Tinctoris, sondern eine Bearbeitung von Johannes Werd ist (39). Die Auffindung der Paderborner Handschrift wird zur Klärung dieser Frage beitragen, da nun ein Textvergleich möglich ist und so ein wichtiger Beitrag zur Untersuchung der Geschichte der theologischen Studien in Köln und der westfälischen Geistesgeschichte geleistet werden kann. Ein Besitzeintrag nennt einen Volberto de Abdinghof, der die Handschrift wohl in die Klosterbibliothek einbrachte (40). Die Explicitformel gibt zudem einen Hinweis auf die bisher nicht bekannte Datierung des Kommentars: "Explicit lectura eximii Jo. Tinctoris super prima parte Sancti Thome ab eodem prima (?) nata Coloniae anno Mcccl° qui fuit annus jubilei [!]." (41)
Mehr Platz jedoch als die universitäre Theologie nahmen Themen der klösterlichen Spiritualität, des affekterfüllten Glaubenslebens, der Askese, der Bibel- und Regelstudien in der Bibliothek ein (42). Im Dienst der Bursfelder Reform stand hier das Werk des Sponheimer Abtes Johannes Trithemius, dessen Liber de triplici regione claustralium et spirituali exercitio monachorum den Hauptteil eines Sammelbandes (Ba 39) in Anspruch nimmt, der ihn in den Überlieferungskontext eines Hugo von Folieto, (Pseudo-)Bernhard von Clairvaux, Bonaventura oder Johannes Gerson stellt. Dieses Werk von Trithemius war eine Überarbeitung von geistlichen Übungen des Abtes Dietrich von Bursfelde und das offizielle Handbuch zur Novizenerziehung, dessen Kenntnis auf Visitationen überprüft wurde (43). Auch zwei Codices mit Werken von Jakob von Jüterbog (Ba 28, Ba 30), deren Verbreitung in den Bursfelder Klosterbibliotheken durch das Generalkapitel der Frühzeit der Kongregation gefördert wurde, ist vorhanden. Der Kartäuser, der 1455 eingeladen war, das Generalkapitel der Bursfelder zu eröffnen, wurde als spirituelle Leitfigur sehr stark rezipiert (44). Von der intensiven Beschäftigung mit der Benediktregel zeugen die Kommentare des Petrus Boherius (Ba 25) und die an zwei Inkunabeln angebundene Expositio in regulam Sancti Benedicti des Smaragdus Sancti Michaelis (I 280) (45), die auf 1495 datiert ist und damit in die Hauptblütezeit der spätmittelalterlichen Bibliotheksgeschichte Abdinghofs fällt.
Auch aus dem Mutterkloster der benediktinischen Reformbewegung Norddeutschlands liegen in der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn mittelalterliche Handschriften vor. Teile der Klosterbibliothek aus Bursfelde wurden im 16. Jahrhundert nach Corvey verbracht. Wann und unter welchen Umständen dies geschehen ist, läßt sich genau nicht mehr bestimmen. Als mögliche Anlässe bieten sich das Jahr 1542, in dem Bursfelde den Übertritt zum lutherischen Bekenntnis erklärte, oder die achtziger Jahre des 16. Jahrhunderts an, als der Abt von Corvey in Bursfelde visitierte und die Resignation des alten Abtes Andreas Lüdderitz annahm beziehungsweise Abt Melchior Böddeker 1588 sein Skapulier niederlegte (46). In Corvey unterlagen die Bursfelder Handschriften zusammen mit denjenigen aus dem Vituskloster - soweit sie die wiederholten Plünderungen des 30-jährigen Krieges überstanden - den häufigen Besitzwechseln in der Zeit unmittelbar nach der Säkularisation. Kloster und Bibliothek fielen in kurzer Folge an den Fürsten Wilhelm V. von Nassau-Oranien, an das Königreich Westfalen und 1815 schließlich an Preußen (47). Der Dechant Johann Campill, dem während dieses Abschnitts die Verwaltung der Bibliothek oblag, brachte einige mittelalterliche Handschriften in die Dechaneibibliothek St. Nicolai in Höxter, die schließlich 1931 in die Erzbischöfliche Akademische Bibliothek Paderborn übernommen wurden (48).
Den wertvollsten Schatz des Bestandes bildet das Corveyer Evangeliar (Ms. Hux. 21a), das um 840 vermutlich noch in Corbie entstanden ist und der jungen Neugründung vom Mutterkloster als Grundausstattung mitgegeben wurde (49). Als Beispiel für die aus den Reformbewegungen des Ordens hervorgehenden Verbindungen unter den Klöstern können die Constitutiones Hirsaugienses gelten, die vermutlich in Hirsau um 1090 geschrieben worden sind (Ms. Hux. 25) (50). Von dem Bursfelder Prior Johannes Diick (+ 1458) wurden die biblischen Bücher der Propheten für die eigene Bibliothek abgeschrieben (Ms. Hux. 18a). Insgesamt sechs von Paul Lehmann als verschollen bezeichnete Handschriften aus dem Bestand Corvey/Bursfelde finden sich heute in der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn wieder (51). Es handelt sich bei diesen um vier theologische Sammelhandschriften und die Inkunabel des Mammotrectus von Johannes Marchesinus, an die ein handschriftliches Vocabularium angebunden ist (Ms. Hux. 16a). Die Inkunabel trägt einen Vermerk, der ihre Geschichte von ihrem Kauf bis in die Corveyer Bibliothek nachvollziehen läßt: sie wurde im Jahr 1487 in Köln zur Zeit des dort tagenden Generalkapitels für 12 Kölner Weißpfennige erworben und von dem Novizen Johannes Hagen den Bursfelder Brüdern geschenkt, aus deren Bibliothek sie später nach Corvey gelangt ist (52). Auch eine weitere Handschrift der uns schon aus Abdinghof bekannten Bursfelder Caeremoniae und des Ordinarius zählt zu den von Lehmann vermißten (Ms. Hux. 31a), ebenso wie die Cantica canticorum des Ricardus de S. Victore (Ms. Hux. 3) von 1441, die einen Besitzeintrag desselben Arnoldus Rodenberg de Haghen aufweist, dem auch eine Handschrift des Liber derivationum von Hugutio (Ms. Hux. 17a) gehört hat, die 1431 im Hildesheimer Kreuzstift entstanden ist (53). Die theologischen Handschriften beinhalten eine Reihe von patristischen Texten (Augustinus, (Pseudo-) Hieronymus, Johannes Chrysostomos), ein Fragment aus dem Kommentar des Hrabanus Maurus zum Matthäus-Evangelium, Petrus Damiani, (Pseudo-)Thomas von Aquin und verschiedene Werke von Johannes Gerson. Das Schrifttum des Pariser Kanzlers gehört ebenso wie das Malogranatum (Ms. Hux. 10) des historisch nicht nachweisbaren Gallus, Abt von Königsaal (OCist) bei Prag, zu den verbreitetsten Reformschriften im Umkreis der Devotio moderna, in deren Mittelpunkt ein affektives Glaubensleben und ein individueller Läuterungsprozeß standen (54).
Die Devotio moderna, die neben der Bursfelder Kongregation die zweite prägende Reformkraft des norddeutschen Raumes darstellte, fand mit dem 1430 erfolgten Beitritt der Augustiner-Chorherren in Böddeken zur Windesheimer Kongregation und der Konstituierung des Fraterhauses Herford ihre ersten institutionellen Festigungen im östlichen Westfalen. Auch die Handschriften aus der Bibliothek Böddekens, die nach dem Urteil der Maurinerpatres Edmond Martène und Ursin Durand im Jahr 1718 noch eine der reichsten des Landes war, wurden in der Folge der Säkularisation weit verstreut (55). In der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn werden insgesamt 14 Handschriften aus dem Skriptorium und der Bibliothek Böddekens verwahrt. Die Schreibtätigkeit der Böddeker Chorherren ist von Wolfgang Oeser eingehend vorgestellt worden (56), so daß kurze Anmerkungen über die Böddeker Handschriften in der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek genügen sollen. Seit langem berühmt ist der verbliebene Rest des großen Böddeker Legendariums, welches von den Bollandisten für ihre Arbeit an den Acta Sanctorum herangezogen worden ist, 1899 zu einem Band zusammengebunden wurde und die Vitae der Heiligen von Dezember bis März enthält (Ba 2) (57). Die Handschrift mit Werken des Hl. Augustinus (Ba 3), die zu Beginn der Expositio zu den Galaterbriefen eine prachtvolle historisierte Initiale des Kirchenvaters aufweist, ist noch zuletzt ausgestellt gewesen (58). Oeser hat auf zwei Handschriften hingewiesen, die den Chorherren vermutlich schon aus Zwolle zur Ausstattung des Konventes mitgegeben worden sind (Ba 12, Cod. 120) und die ältesten Handschriften der Bibliothek darstellen (59). Von Oeser noch nicht zu bearbeiten, da erst 1988 von dem Verein für Altertumskunde und Geschichte Westfalens, Abteilung Paderborn, erworben, ist die mittelniederdeutsche Fassung der Vita des Hl. Meinolf, die wohl in Böddeken geschrieben wurde und später im Besitz des Hauses der Schwestern vom Gemeinsamen Leben in Rüthen war. Die Handschrift ist eine von fünf bekannten Meinolf-Viten aus Böddeken, die Zeugnis von der Pflege des Kultes an dem Paderborner Erzdiakon und Böddeker Klosterpatron ablegen (Cod. 437) (60). Abgesehen von einer kurzen Erwerbsnotiz in den Vereinsnachrichten von 1911 blieb eine Handschrift unerwähnt, die mit zahlreichen Schmuckinitialen mit vegetabiler und zoomorpher Ornamentik ausgestattet ist und eine Miniatur von der Entsendung des Erzengels Gabriel aufweist (Cod.315) (61). Sie enthält die Homilien des Caesarius Heisterbach (Buch I und II, bis Nr. 57).
In der Sammlung des Altertumsvereins liegen verschiedene Codices auch aus weiteren Niederlassungen der Devotio moderna vor. Neben den Süstern in Rüthen hatten die Böddeker Chorherren wohl auch enge Verbindungen zu einem Haus der Schwestern vom Gemeinsamen Leben in Marsberg. Eine Handschrift aus der Mitte des 15. Jahrhunderts (Ba 62) enthält den Aufnahmeritus in die Süsterngemeinschaft, der in Gegenwart des Priors von Böddeken vollzogen wurde (62). Eine Inkunabel des Breviarium Windeshemense aus dem Chorherrenstift in Möllenbeck weist auf 38 zugesetzten handschriftlichen Blättern das Direktorium und Kalendar des Bistums Minden und verschiedene Heiligenlektionen auf (63). Von der Klosterbibliothek Möllenbecks ist bis auf drei Handschriften nichts bekannt, so daß Inkunabel und Handschrift Seltenheitswert besitzen (64). Aus der Bibliothek des ebenfalls der Windesheimer Kongregation angeschlossenen Chorherrenstiftes Dalheim (Cod. 122) liegt eine Handschrift aus der Mitte des 15. Jahrhunderts mit Predigten vor.
Außerdem werden insgesamt zehn Handschriften mit der Provenienz Kreuzherrenkloster Falkenhagen in der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn verwahrt. Schon bei der Dotierung der Theodoriana hatte Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg den Paderborner Jesuiten zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Handschriften der Kreuzherren übergeben (65). In allen Codices vermerkte der Bibliothekar der Jesuiten den neugewonnenen Besitz: Liber Societatis Iesu Paderbornensis anno 1610 (66). Die Kreuzherren von Huy, die erst im 15. Jahrhundert die eigentliche Blüte ihres schon seit dem 13. Jahrhundert bestehenden Ordens erlebten, bauten seit den frühen vierziger Jahren des 15. Jahrhunderts das verlassene Zisterzienserinnenkloster in Falkenhagen aus und entwickelten sich schnell, gefördert durch die Paderborner Bischöfe und die lippischen Landesherren, zu einer der größten Niederlassungen des Ordens (67). Abgesehen von einem Lectionarius liegt der inhaltliche Schwerpunkt der Falkenhagener Handschriften auf erbaulichen und theologischen Texten, so der Vita Jesu Christi von Ludolf von Sachsen, den Revelationes der Birgitta von Schweden (Pa 76) oder Predigten von Bernhard von Clairvaux (Ba 14). Die Handschriftenüberlieferung des Klosters Falkenhagen bezeugt darüber hinaus die auch anderweitig bekannte enge Verbindung der Kreuzherren mit der Devotio moderna (68). So bestätigte der Generalprior Helmicus Amoris von Zutphen schon im Jahr 1424, daß aus den Brüderhäusern vielfach geeigneter Nachwuchs für die Kreuzherren herangezogen worden sei (69). Zwischen dem Fraterhaus in Herford und den Kreuzherren in Falkenhagen gab es sogar verwandtschaftliche Bindungen. So trägt eine Sammelhandschrift (Ba 22) mit Studienhilfen für die Bibellektüre den Besitzvermerk eines Bartold Bolen, "qui habet fraternicus dominus hinricus". Bartold Bolen ist Mitte des 15. Jahrhunderts als Mitglied des Herforder Fraterhauses nachweisbar. Sein Bruder Heinrich lebte als Kreuzherr in Falkenhagen. Beide waren Söhne des Tuchkaufmanns Bartold Bolen, der 1455 in einer noch losen Devotengemeinschaft in Rostock starb und sowohl die Kreuzherren als auch die Brüder vom Gemeinsamen Leben mit reichen Legaten bedachte (70). Heinrich Bolen wurden für die Handschrift, die in den Besitz seines Bruders überging, 20 xantenses zugebilligt, um die Kosten für eine Abschrift pro domo suo zu bestreiten. Möglicherweise ist die vorliegende Handschrift aus Herford nach Falkenhagen ausgeliehen worden, ohne daß eine Abschrift erfolgte und der Codex bei den Kreuzherren verblieb, oder sie ist nach dem Tod Bartolds in den Besitz Heinrichs übergegangen.
Die weitverbreitete Vita Jesu Christi von Ludolf von Sachsen ist auf drei Handschriften verteilt überliefert (71). Alle drei Texte sind in Herford geschrieben worden. Als Schreiber werden Ludolf Hoppmann (Ba 18, 1 und 2) und Hermann Vourstenouwe (Ba 10) genannt. Letzterer war auch an der Herstellung der von Hoppmann geschriebenen Handschriften als Illuminator beteiligt (72).
Aus dem Schrifttum des Ordens der Augustinereremiten sind mit den Auslegungen der zehn Gebote von Heinrich von Friemar d.Ä. (Ba 10) und von Gottschalk Hollen (Ba 18) zwei Traktate überliefert. Die Handschrift des Praeceptorium divinae legis Gottschalk Hollens von 1468 ist die älteste überlieferte Textfassung des Traktats, welcher vermutlich nur wenige Jahre zuvor verfaßt worden war (73). Hollen, der zu denjenigen Augustinereremiten zählt, deren Gelehrtheit von seinem Ordensbruder Johannes Schiphower, dem Chronisten der Oldenburger Grafen, gerühmt wird (74), hatte seine Profeß im Herforder Konvent abgelegt, war jedoch nach Studien in Perugia schon vor den sechziger Jahren des 15. Jahrhunderts in die Osnabrücker Ordensgemeinschaft gewechselt (75). Die Falkenhagener Kreuzherren, die als Chorherren die Regel des Augustinus befolgten, rezipierten so die Werke des jüngsten der großen Bettelorden, der sich ebenso wie sie auf die Nachfolge des Bischofs von Hippo berief, ohne daß es - wie in anderen Fällen - zu Auseinandersetzungen über die Legitimität eines solchen Anspruches gekommen wäre (76).
Neben den hier vorgestellten, in größerer Stückzahl in Paderborn überlieferten Handschriften einzelner Klosterbibliotheken ließen sich eine Reihe weiterer Codices aus verschiedenen Konventen anführen, die über die Grenzen des Bistums und die ostwestfälische Region hinaus bis in das Zisterzienserinnenkloster Jesse (Cod. 222) bei Groningen reichen. Doch handelt es sich bei diesen um Einzelstücke, die zumeist aus der Sammlung des Altertumsvereins stammen und nach der Säkularisation erworben wurden (77). Die vorhandene handschriftliche Überlieferung aus Abdinghof, Bursfelde/Corvey, Böddeken und Falkenhagen dagegen ist in der Lage, die Vitalität der Reformbewegungen des späten Mittelalters für die Klöster im Gebiet des Bistums Paderborn und des westfälisch-sächsischen Grenzgebietes zu belegen. Die für den norddeutschen Raum entscheidenden Impulse der Bursfelder Kongregation und der Devotio moderna schufen ein Netz von vielfach untereinander verbundenen Reformzentralen, in denen die Schreibtätigkeit und die Pflege der Bibliotheken als notwendige Grundlage eines kontemplativen Glaubenslebens und geistlichen Fortschrittes wieder mehr in das Zentrum gerückt wurden. Ein Hinzuziehen der in der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn verwahrten, auf der Grundlage des neuen Kataloges leicht verifizierbaren Inkunabeln würde den Schleier um die Fragen nach Umfang und Ausstattung der Bibliotheken noch ein wenig transparenter machen können. Auch ist eine tiefergreifende kodikologische Untersuchung der mittelalterlichen Handschriften notwendig, um die hier aufgeworfenen Umrisse des Handschriftenbestandes in Paderborn zu präzisieren. Sie wird genauer, als es das Ziel des Census sein konnte, zwischen den Produkten der klostereigenen Skriptorien und den bloßen Bibliotheksbeständen scheiden können. Auch eine Trennung der Codices in dem Sammelbestand Corvey/Bursfelde/Höxter, die auf der Grundlage einer Untersuchung der Wasserzeichen und Einbände sowie einer Bestimmung der Hände erarbeitet wird, ist noch zu leisten (78) - ein Unterfangen, welches angesichts der Bedeutung der Abteien für die Reichsgeschichte und die der benediktinischen Reformbewegungen dringend notwendig erscheint.
1
Honselmann, Klemens: Die Philosophisch-Theologische Akademie in Paderborn und
ihr Stiftungsvermögen. Paderborn 1954. Von der Domschule zum Gymnasium
Theodorianum in Paderborn. Zur Wiederkehr des 1100. Todestages des
Gründerbischofs Badurad und des 350. Jahrestages der Grundsteinlegung des
Schulgebäudes durch Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg. Hrsg. von Klemens
Honselmann. (Studien und Quellen zur Westfälischen Geschichte 3). Paderborn
1962. Honselmann, Klemens: Die Theodoriana und das Studienfondsarchiv in der
Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek, in: Theologie und Glaube 79 (1989),
389-402. Hengst, Karl: Zur Geschichte der Akademischen Bibliothek in Paderborn,
in: Theologie und Glaube 80 (1990), 379-390. Vgl. auch Hülsenbeck, Franz: Die
Theodorianische Bibliothek zu Paderborn. Kurze Geschichte und Statistik
derselben nebst Verzeichnis der darin vorhandenen Handschriften, Incunabeln und
seltenen Werken. Paderborn 1877. Richter, Wilhelm: Die Theodorianische
Bibliothek zu Paderborn, in: Westfälische Zeitschrift 71 (1913), 241-247.
2
Hengst, Zur Geschichte der Akademischen Bibliothek in Paderborn, 379.
3
Handbuch der Historischen Buchbestände in Deutschland. Bd. 4:
Nordrhein-Westfalen, K-Z. Hrsg. v. Severin Corsten. Bearb. v. Reinhard
Feldmann. Hildesheim u.a. 1993. Hier Paderborn 1: Erzbischöfliche Akademische
Bibliothek, 260, 265 (Hermann-Josef Skutnik). Hengst, Zur Geschichte der
Akademischen Bibliothek in Paderborn, 387.
4
Hinzuzufügen sind die Handschriften Pa 52,
Pa 102 und Cod. 224, die mit in
das unten vorgestellte Verzeichnis [in der Fassung von 1996] aufgenommen sind,
obwohl sie nach 1550 entstanden sind.
5
Hierunter hervorzuheben ist das für die Liturgiegeschichte des Bistums
Paderborn wichtige Hersteller Missale (Signatur Pad. 156), Literatur zu den Handschriften s., soweit hier nicht eigens
angegeben, in den Kurzbeschreibungen.
6
Richter, Wilhelm: Handschriften-Verzeichnis der Theodorianischen Bibliothek zu
Paderborn. 2 Teile. (Beilagen zum 72. und 73. Jahresbericht über das Königliche
Gymnasium Theodorianum zu Paderborn). Paderborn 1896 und 1897.
7
Stolte, Bernhard: Das Archiv des Vereins für Geschichte und Altertumsvereins
Westfalens, Abteilung Paderborn. 1. Teil: Codices und Acten. Paderborn 1899.
8
Vgl. hierzu zuletzt Brandis, Tilo: Das Handschriftenarchiv der deutschen
Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Berlin, in: Zeitschrift für
deutsches Altertum und deutsche Literatur 123 (1994), 119-129. Diese
Beschreibungen liegen derzeit als Depositum in der Deutschen Staatsbibliothek
Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin (Haus Potsdamer Straße) und werden
als "Hssarchiv AdW" zitiert.
9 Lehmann,
Paul: Corveyer Studien. (Abhandlungen der Bayerischen Akademie der
Wissenschaften, Phil.-Hist. Kl., Bd. 30, 5). München 1919 (Neudruck in Ders.:
Erforschung des Mittelalters. Ausgewählte Abhandlungen und Aufsätze. Bd. V,
Stuttgart 1962, 94-178). Honselmann, Klemens: Verzeichnis der Handschriften der
Dechaneibibliothek zu Höxter, in: WZ 84/2 (1927), 161 f.
10
Hartig, Matthias, Karl Hengst, Michael Reker, Hermann-Josef Schmalor: Die Inkunabeln in der Erzbischöflichen
Akademischen Bibliothek Paderborn. Wiesbaden
1993. S. auch Schmitt, Anneliese: Der Buchdruck des 15. Jahrhunderts im Spiegel
einer Sammlung. Vortrag anläßlich des Erscheinens des Inkunabelkatalogs der
Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn (April 1993), in: Theologie
und Glaube 83 (1993), 419-436.
11 Liturgica Paderbornensia. 1000 Jahre liturgische
Buchkunst im Erzbistum Paderborn. Ausstellung vom 18. Juli bis 15. August 1989
im Erzbischöflichen Diözesanmuseum. Paderborn 1989. Manuscripta pretiosa & Incunabula
illuminatae. Eine Auswahl aus den
Sammlungen der Lippischen Landesbibliothek Detmold und der Erzbischöflichen
Akademischen Bibliothek Paderborn. Ausstellung vom 13. Januar-28. Februar 1995
in der Sparkasse Detmold. Detmold 1995.
12 Bei Richter nicht genannt sind die Handschriften mit
den Signaturen Ba 86, Pa 3, Pa
66, Pa 76, Pa 102,
I 124, I 280, I 365. Gegenüber Stolte sind heute zusätzlich die
Handschriften Cod. 222, Cod.
224, Cod. 260, Cod. 315, Cod. 324, Cod.
437, Inc. 31 (alte Signatur Cod.
250) hinzuzufügen.
13 Es handelt sich hier um die Signaturengruppe
"Th" innerhalb der Theodoriana.
14 Vgl. Hinz, Ulrich: Der "Handschriftenzensus
Westfalen". Zur Recherche nach mittelalterlichen Handschriften im
Westmünsterland, in: Westmünsterland. Jahrbuch des Kreises Borken 1994,
139-141.
15 Handschriftencensus Rheinland. Erfassung
mittelalterlicher Handschriften im rheinischen Landesteil von
Nordrhein-Westfalen mit einem Inventar. Hrsg. v. Günter Gattermann, bearb. v.
Heinz Finger, Marianne Riethmüller u.a. (Schriften der Universitäts- und
Landesbibliothek Düsseldorf 18). 3 Bde., Wiesbaden 1993.
16 Tewes, Ludger: Das Forschungsprojekt
"Westphalica". Die Erfassung von Handschriften, Inkunabeln und
Druckschriften in Westfalen für die Zeit des Spätmittelalters 1300-1550, in:
Westfälische Forschungen 37 (1987), 152-158. Henseler, Petra:
"Westphalica"- mittelalterliche Handschriften und Inkunabeln, in:
Arnsbergs alte Schriften. Handschriften und Drucke aus sieben Jahrhunderten.
Überblick über die wertvollen Schriften und Bücher des Klosters Wedinghausen
und der historischen Schulbibliothek des Gymnasium Laurentianum. Arnsberg 1988,
7-18. Dißelbeck-Tewes, Elke: Das Forschungsprojekt "Westphalica". Die
Erfassung von mittelalterlichen Handschriften und Inkunabeln in Westfalen. Eine
Zwischenbilanz, in: Westfälische Forschungen 41 (1991), 481-487. Im Gegensatz
zum Projekt Westphalica klammert der Handschriftencensus die Erfassung der
Inkunabeln und Frühdrucke aus.
17 Inventare der nichtstaatlichen Archive der Provinz
Westfalen. Hrsg. v. der Historischen Kommission der Provinz Westfalen. Münster
1898 ff. Vgl. eine Übersicht über für Westfalen heranzuziehende Hilfsmittel bei
Tewes, Das Forschungsprojekt "Westphalica", 152 ff.
18 Brandis, Tilo und Ingo Nöther (Bearbb.): Handbuch der Handschriftenbestände
in der Bundesrepublik Deutschland, Teil 1 (Alte Bundesländer). Berlin 1992.
19
Krämer, Sigrid: Handschriftenerbe des deutschen Mittelalters. (Mittelalterliche
Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz, Ergänzungsband). 3 Bde.,
München 1989, 1990.
20
Vgl. Klueting, Harm: Klosterbibliotheken im Herzogtum Westfalen am Ende des 18.
Jahrhunderts. Umfang und Bestände, in: Zeitschrift für Historische Forschung 7
(1980), 77-111, hier 79-90. Zu den Schwierigkeiten einer Erfassung der
mittelalterlichen Handschriften in Streubesitz Härtel, Helmar: Erfassung und
Erschließung von mittelalterlichen Handschriften in Niedersachsen, in: Probleme
der Bearbeitung mittelalterlicher Handschriften. Hrsg. v. H. Härtel, W. Milde
u.a. (Wolfenbütteler Forschungen 30), Wiesbaden 1986, 85-100, besonders 89 f.
Tewes, Das Forschungsprojekt "Westphalica", 155 f. Der Census hat
bisher über 40 Verwahrorte von mittelalterlichen Handschriften besucht.
21 Die mittelalterlichen Handschriften der
Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Soest. Beschrieben von Bernd Michael. Mit
einem kurzen Verzeichnis der mittelalterlichen Handschriftenfragmente von Tilo
Brandis. Wiesbaden 1990. Die mittelalterlichen Handschriften der Universitäts-
und Landesbibliothek Münster. Bearb. v. Eef Overgaauw. Im Druck. Andere,
weniger ehrgeizige Erschließungsunternehmen, die sich mit anspruchsloseren
Methoden der Beschreibung bescheiden, sind bisher nicht erfolgt, vgl. etwa die
Reihe Mittelalterliche Handschriften in Niedersachsen. Kurzkataloge. Wiesbaden
1991 ff.
22 Vgl. Leesch, Wolfgang: Vom Wesen und von den Arten des Archivgutes.
2. Aufl. (Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Westfälisches Archivamt. Texte
und Untersuchungen zur Archivpflege 7). Münster 1993, 9 ff.
23 Vgl. Richtlinien Handschriftenkatalogisierung. Hrsg.
von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 5.erw. Auflage, Bonn 1992.
24 S. zum bibliographischen Terminus "Census"
das Lexikon des gesamten Buchwesens. Bd. 2, Stuttgart 1989, 87 (W.Grebe). Vgl. auch
Census-Catalogue of Manuscript Sources of Polyphonic Music 1400-1550. (Renaissance Manuscript
Studies 1). 5 Bde., Neuhausen-Stuttgart
1979-1988.
25 Vgl. Handschriftencensus Rheinland, Bd. 1, 10-13. Das
westfälische Projekt verzichtet jedoch auf die rheinische Handhabung von
"Incipit" und "Explicit".
26 Die Zahl der Hände wird angegeben, sofern sie in der
Forschung schon bestimmt ist.
27 Zu den Stempeln vgl. Honselmann, Klemens: Abdinghof,
in: Die Benediktinerklöster in Westfalen. Bearb. von Rhaban Haacke. (Germania Benedictina
VIII). St.Ottilien 1980, 522. Schmalor,
Hermann-Josef: Die Abdinghofer Bibliothek unter Abt Leonhard Ruben und das
Paderborner Buchgewerbe um 1600, in: Westfälische Zeitschrift 129 (1979), 198,
weist auf die Tätigkeit einer Buchbinderei bis um 1520/1530 hin.
28 Die Signaturen sind wohl Mitte des 17.Jahrhunderts
verteilt worden. Die Handschrift Ba
60 mit einem Schenkungsvermerk "R. D.
Hinricus Duden donavit F.Leonardo Ruben professo S.Martini Coloniensi postea
Abdinckhovensi anno 1596" ist mit "N.16" noch in die Reihe
aufgenommen.
29 Schmalor, Hermann-Josef: Klosterbibliotheken in
Westfalen 800-1800, in: Monastisches Westfalen. Klöster und Stifte 800-1800.
Ausstellung Münster 26.Sept. 1982 bis 21.Nov. 1982. Hrsg. von Géza Jaszái.
Münster 1982, 499-518, hier 507 f.
30
Eine Aufstellung von andernorts verwahrten Handschriften bei Honselmann,
Abdinghof, 521.
31 Schmalor, Die Abdinghofer Bibliothek, 196 f. Zu den
Bibliotheken der Klöster in der Bursfelder Kongregation Albert, Marcel: Schrift
und Schriftlesung in der Bursfelder Kongregation am Vorabend der Reformation,
in: Regulae Benedicti Studia 18 (1994), 15-37, hier 20-37. Vgl. auch Härtel,
Helmar: Klosterbibliotheken zwischen Reform und Reformation. Studien zur
niedersächsischen Bibliotheksgeschichte im ausgehenden 15. und beginnenden
16.Jahrhundert, in: Probleme der Bearbeitung, wie Anm. 20, 121-131, besonders
121-125.
32 Volk, Paulus: Zur Geschichte des Bursfelder Breviers,
in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktiner-Ordens und seiner
Zweige 46 (1929), 49. Vgl. zur Liturgiereform der Bursfelder Mertens, Dieter:
Der Streit um den Bursfelder Liber ordinarius, in: Studien und Mitteilungen zur
Geschichte des Benediktiner-Ordens und seiner Zweige 86 (1975), 728-760.
Rosenthal, Anselm: Martyrologium und Festkalender der Bursfelder Kongregation.
Von den Anfängen der Kongregation (1446) bis zum nachtridentinischen Martyrologium
Romanum (1584). (Beiträge zur Geschichte des alten Mönchtums und des
Benediktinerordens 35). Münster 1984, 10-14. Albert, Marcel: Die
Gottesdienstordnung der Abtei Brauweiler um 1528. Ein Beitrag zur
Rezeptionsgeschichte der "Caeremoniae" und des "Ordinarius"
der Bursfelder Kongregation, in: Archiv für Liturgiewissenschaft 34 (1992),
345-385, hier 347-350.
33 Rosenthal, Martyrologium und Festkalender der
Bursfelder Kongregation, 344 f.
34 Rosenthal, Anselm: Die Sequenzen des Bursfelder
Missales. Zur Untersuchung von Vogt, in: Archiv für Liturgiewissenschaft 25
(1983), 161-168.
35 Schmalor, Hermann-Josef: Liturgische Bücher als
besondere Bibliotheksbestände, in: Liturgica Paderbornensia, 19. (Hier S. 38
Abb. der R[esurrexi]-Initiale zum Osterfest).
36 Zur Inkunabel (I 365) s. Die Inkunabeln der EAB
Paderborn, 323 (Nr. 617), 284 f (Nr. 528).
37 Zu Johannes Tinctoris vgl. Meuthen, Erich: Die alte
Universität. (Kölner Universitätsgeschichte 1). Köln 1988, 179 f.
38 Grabmann, Martin: Der belgische Thomist Johannes Tinctoris
und die Entstehung des Kommentars zur Summa theologicae des heiligen Thomas von
Aquin, in: Ders.: Mittelalterliches Geistesleben. Abhandlungen zur Geschichte
der Scholastik und Mystik, Bd. 3, München 1956, 411-432, weist S. 429 f. auf
die Handschriften hin. Incipit und Explicit des Codex in der Bibliothéque
Municipale in St.Omer, Nr. 162, sind, wie sie bei Grabmann, 430, Anm. 16a,
mitgeteilt werden, identisch mit der Paderborner Handschrift.
39 Frank, Isnard W.: Der Wiener Dominikaner Johannes Werd
(+ 1510) als Verfasser von Thomaskommentaren, in: Thomas von Aquino.
Interpretation und Rezeption. Studien und Texte. Hrsg. v. Willehad P. Eckert.
(Walberberger Studien 5). Mainz 1974, 609-640, hier bes. 614-618.
40
In den Matrikeln findet sich zu 1537 ein Eintrag zu einem Volbertus Brenck de
Paderbornis, s. Die Matrikel der Universität Köln. Bearb. v. Hermann Keussen.
(Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 8, 2). Bonn
1919, Nr. 596, 34.
41 Vgl. Höhn, Erich: Köln als Ort der ersten Kommentare
zur Summa Theologiae des Thomas von Aquin, in: Thomas von Aquino, wie Anm. 39,
641-655, hier 647, der als terminus ante quem das Todesjahr von Tinctoris,
1469, ansetzt.
42 Zum Verhältnis von Studium und Frömmigkeit bei den
Bursfeldern Schreiner, Klaus: Benediktinische Klosterreform als zeitgebundene
Auslegung der Regel. Geistige, religiöse und soziale Erneuerung in
spätmittelalterlichen Klöstern Südwestdeutschlands im Zeichen der Kastler,
Melker und Bursfelder Reform, in: Blätter für württembergische
Kirchengeschichte 86 (1986), 105-195, hier 120-128. Zur Lektüre in den
Bursfelder Klöstern vgl. Albert, Schrift und Schriftlesung in der Bursfelder
Kongregation am Vorabend der Reformation, 15-20.
43 Arnold, Klaus: Johannes Trithemius (1462-1516).
(Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg
23). Würzburg 1971, 39-42. Zur Traditionslinie von Trithemius zu Gerson oder
Bernhard vgl. Ganzer, Klaus: Zur monastischen Theologie des Johannes
Trithemius, in: Historisches Jahrbuch 101 (1981), 384-421, bes. 408 ff. Vgl.
auch Elm, Kaspar: Monastische Reformen zwischen Humanismus und Reformation, in:
900 Jahre Kloster Bursfelde. Reden und Vorträge zum Jubiläum 1993. Hrsg. von
Lothar Perlitt. Göttingen 1994, 59-111, bes. 83 ff., 102 ff.
44 Mertens, Dieter: Iacobus Carthusiensis. Untersuchungen
zur Rezeption der Werke des Kartäusers Jakob von Paradies (1381-1465).
(Veröffentlichungen des Max-Planck-Institutes für Geschichte 50; Studien zur
Germania Sacra 13). Göttingen 1976, 96-110. Vgl. auch das Kloster Oldenstadt
bei Uelzen, in dem Abt Heyno Werke von Jakob von Jüterbog abschreiben ließ,
Härtel, Helmar: Klosterbibliotheken zwischen Reform und Reformation. Studien
zur niedersächsischen Bibliotheksgeschichte im ausgehenden 15. und
16.Jahrhundert, in: Probleme der Bearbeitung mittelalterlicher Handschriften,
wie Anm. 20, 124 f.
45 Vgl. Die Inkunabeln der EAB Paderborn, 349, Nr. 686. Zu Smaragdus
zuletzt Barry, David: Smaragdus of St. Mihiel and his Commentary on the Rule of
St. Benedict, in: Tjurunga 36 (1989), 3-9.
46 Lehmann, Corveyer Studien, 23. Volk, Paulus: Das Ende
der Abtei Bursfeld, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des
Benediktinerordens und seiner Zweige 53 (1935), 257-285, hier 258 ff.
47 Schmalor, Hermann-Josef: Die Klosterbibliothek Corvey,
in: Corvey-Journal 3 (1991), H. 1, 2-8, und H. 2, 2-11, hier H. 2, 4. Lehmann,
Corveyer Studien, 10-34. Vgl. auch Löffler, Klemens: Die Bibliotheken von
Korvei, in: Zeitschrift für Bücherfreunde 10 (1918), 136-141. Hamacher, Theo:
Vom Schicksal der Corveyer Klosterbibliothek, in: Ders.: Aufsätze zur
Geschichte und Kultur insbesondere des Paderborner Raumes. Paderborn 1986,
228-235, hier 231.
48 Lehmann, Corveyer Studien, 34. Schmalor,
Klosterbibliotheken, 512. S. auch die Handschriften aus Corvey und Bursfelde im
Erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn, mit den Signaturen Hs. 6, Hs. 7, Hs.
16, Hs. 21, PR 52, und im Erzbistumsarchiv Paderborn, Hs. 138.
49 Manuscripta pretiosa, 13-16 (H.-J.
Schmalor). Vgl. Hoffmann, Hartmut:
Buchkunst und Königtum im ottonischen und frühsalischen Reich. (Schriften der MGH
30,1). Stuttgart 1986, 130.
50
Honselmann, Klemens: Corvey als Ausgangspunkt der Hirsauer Reform in Sachsen,
in: Westfalen 58 (1980), 70-81, nimmt an, der Codex sei in Corvey geschrieben.
Heinzer, Franz: Buchkultur und Bibliotheksgeschichte Hirsaus, in: Hirsau. St.
Peter und Paul 1091-1991. Teil II: Geschichte, Lebens- und Verfassungsnormen
eines Reformklosters. Bearb. v. Klaus Schreiner, mit Beitr. von L. van Acker
u.a. (Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in
Baden-Württemberg 10/2). Stuttgart 1991, 271 f., und Hoffmann, Hartmut: Bücher
und Urkunden aus Helmarshausen und Corvey. (MGH Studien und Texte 4). Hannover
1992, 65 f., plädieren nach paläographischen Kriterien für Hirsau.
51 Ms. Hux. 2, Ms. Hux. 3, Ms. Hux. 5, Ms. Hux. 15a, Ms. Hux. 16a, Ms. Hux. 31a.
52 Vgl. Die Inkunabeln der EAB Paderborn, 251 f., Nr. 446.
53 Auch auf einem lose beiliegenden Fragment zum ersten
Buch des Malogranatum (Ms. Hux.
10) von 1437 ist Rodenberg bezeugt: "Dominus
Arnold Rodenberg legavit nobis hunc librum."
54 VL (2. Aufl.) 1063-1065 (B.D.Haage). Gerwing, Manfred:
Das Lehrgedicht des Abtes Peter von Zittau und das Malogranatum, in: Serta
Devota. In
memoriam Guillelmi Lourdaux. Pars Prior:
Devotio Windeshemensis. (Mediaevalia Lovaniensia I, 20). Löwen 1992, 305-320,
tritt dafür ein, Peter von Zittau (+1339) als Verfasser wieder mehr in Betracht
zu ziehen. Zu den Gemeinsamkeiten mit der Devotio moderna s. Ders.: Die böhmische
Reformbewegung und die niederländische Devotio moderna. Ein Vergleich, in:
Ostmitteleuropa, Westmitteleuropa. Vergleiche und Beziehungen. Festschrift für
Ferdinand Seibt zum 65.Geburtstag. (Veröffentlichungen des Collegium Carolinum
70). München 1993, 125-142.
55 Muhs, Rudolf: Libri Sancti Maynulfi. Die Bibliothek der
Chorherren von Böddeken und die Säkularisation, in: Westfälische Zeitschrift
137 (1987), 245-272. Eine Zusammenstellung der erhaltenen Böddeker Handschriften
hier 251-254.
56 Oeser, Wolfgang: Die Handschriftenbestände und die
Schreibtätigkeit im Augustiner-Chorherrenstift Böddeken, in: Archiv für
Geschichte des Buchwesens 7 (1967), Sp. 317-447. Vgl. auch Kroos, Renate:
Beiträge zur Geschichte der Klosterbibliothek Böddeken, in: Archiv für
Geschichte des Buchwesens 9 (1969), 1497-1508. Dazu Vennebusch, Joachim:
Einbandstempel des Chorherrenstiftes Böddeken und des Fraterhauses in Münster,
in: Archiv für Geschichte des Buchwesens 23 (1983), 1421-28. Jüstel, Reinhard:
Die Klosterbibliothek Böddekens. Zum geistigen Leben eines westfälischen
Augustiner-Chorherrenstiftes im Reformationszeitalter, in: Ecclesia
Monasteriensis. Beiträge zur Kirchengeschichte und religiösen Volkskunde
Westfalens. Festschrift Alois Schröer zum 85. Geburtstag. (Geschichte und
Kultur 7). Münster
1992, 101-117.
57 Moretus, H.: De magno Legendario
Bodecensi, in: Analecta Bollandiana 27 (1908), 257-308.
58 Manuscripta pretiosa, 33-35, mit Abbildung der
Initiale.
59 Oeser, Böddeken, Sp. 415 f.
60
Rüthing, Eine neue Handschrift der mittelniederdeutschen Lebensbeschreibung des
hl. Meinolf von Böddeken, in: Westfälische Zeitschrift 141 (1991), 329-335,
hier bes. 332 ff.
61 Vgl. WZ 69, II (1911), 376 (Linneborn).
62 Hengst (Hrsg.), Westfälisches Klosterbuch 1, 578 f. (W.
Honselmann).
63 Vgl. Die Inkunabeln der EAB Paderborn, 127 f., Nr. 165.
Für Möllenbeck sprechen auch die Lektionen der Heiligen Dionysius und
Gorgonius.
64 Brosius, Dieter: Möllenbeck, in: Monasticon
Windeshemense, Teil 2: Deutsches Sprachgebiet. Hrsg. v. Wilhelm Kohl, E.
Persoons und A.G. Weiler. (Archives et Bibliothéques de Belgique, Numéro spécial
16). Brüssel 1977, 296-304, hier 297.
65 Schmalor, Die Abdinghofer Bibliothek unter Abt Leonhard
Ruben, 224. Van den Bosch, Piet: Falkenhagen, in: Clairlieu 40 (1982), 154-158.
Hengst, Zur Geschichte der Akademischen Bibliothek in Paderborn, 382.
66 Es handelt sich um die insgesamt zehn Handschriften mit
den Signaturen Ba 5, Ba 7, Ba 8, Ba 10, Ba 14, Ba 15, Ba 18
(1+2), Ba 22, Pa 76.
Die Erzbischöfliche Akademische Bibliothek beherbergt damit den weitaus größten
Teil der handschriftlichen Überlieferung aus Falkenhagen. Dazu sind noch in der
Deutschen Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz in Berlin die Codices cod.
germ. oct. 41 und theol. lat. quart. 124 (Rose 924) zu zählen, s. Kroos, R.:
Härkelse iut'n Westfölsken un Lippsken - Mittelalterliche Einbandstempel von
Liesborn, Falkenhagen und Lippstadt, in: Westfalen 55 (1977), 45 f., und ein
Nekrolog und Kalendar im Bistumsarchiv Trier, Cod. 94, s. Sauerland, H.V.: Zwei
Handschriften aus der Dombibliothek zu Trier, in: Zeitschrift für
vaterländische Geschichte und Altertumskunde 47/II (1889), 194-196.
67 Weiss, Hans-Ulrich: Die Kreuzherren in Falkenhagen, in:
Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde 59 (1990), 139-157, hier
155. Vgl. zur Geschichte des Konvents Ders.: Die Kreuzherren in Westfalen.
Diest 1963, 91-116. Zur Bibliothek des Klosters Falkenhagen hier 49 f. Hengst
(Hrsg.) Westfälisches Klosterbuch 1, 301-306 (H.-P.Wehlt).
68 Zu den Verbindungen zwischen den Kreuzherren und den
westfälischen Schwesternhäusern vgl. Weiss, Die Kreuzherren in Westfalen
(1990), 148, und Rüthing, Heinrich: Die Wirtschaft des Klosters Falkenhagen zu
Beginn des 16.Jahrhunderts, in: Lippische Mitteilungen aus Geschichte und
Landeskunde 57 (1988), 139 f.
69 Haass, Robert: Spätmittelalterliche Reformbestrebungen
im niederländisch-niederrheinischen Raum und der Kreuzherrenorden, in: Annalen
des Historischen Vereins für den Niederrhein 144/145 (1946/47), 44-62, hier 58
f.
70
Das Fraterhaus zu Herford. Bd. 1: Urkunden, Inventar, Amtsbücher. Bearb. v.
Wolfgang Leesch. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen
35; Quellen zur Devotio moderna in Westfalen 1). Münster 1974, 189 ff.
71 Es fehlt Teil 3 des Werkes. Vgl. zur Verbreitung Baier,
Walter: Untersuchungen zu den Passionsbetrachtungen in der Vita Christi des
Ludolf von Sachsen. (Analecta Cartusiana 44). 3 Bde., Salzburg 1977.
72 Vgl. auch Bosch, Falkenhagen, 157 f.
73 Eckermann, Willigis: Gottschalk Hollen OESA (+1481). Leben,
Werk und Sakramentenlehre. (Cassiciacum 1967). Würzburg 1967, 185-188.
74 Eckermann, Willigis: Eine unveröffentlichte Quelle zur
Literaturgeschichte der westfälischen Augustiner des Spätmittelalters, in:
Analecta Augustiniana 34 (1971), 185-238, bes. 215 ff.
75 Eckermann, Gottschalk Hollen, 52-56.
76 Vgl. zum Streit um Augustinus als
"Ordensgründer" Elm, Kaspar: Augustinus canonicus - Augustinus
eremita. A Quattrocento Cause Cèlebre, in: Christianity and the Renaissance.
Image and Religious Imagination in the Quattrocento. Hrsg. v. T. Verdon und J. Henderson. Syracuse N.Y. 1990,
86 ff.
77 Jeweils mehrere Stücke stammen aus den Nachlässen des
Gerichtsrates Joseph Gehrken aus Warburg (Cod. 115, Cod. 120, Cod. 136) und der Pfarrers Franz Xaver Schrader aus Natzungen
(Cod. 118, Cod.
315).
78 Nach der ersten Sichtung durch den Census können mehr
als die Hälfte der Handschriften Bursfelde zugewiesen werden, vermutlich
dürften jedoch noch weitere Codices ursprünglich Bursfelder Provenienz sein,
vgl. auch Lehmann, Corveyer Studien, 54.