Ein bislang
unbekanntes Exemplar der niederdeutschen "Kölner Bibel" wurde
restauriert und der Öffentlichkeit vorgestellt
Erzbischöfliche
Akademische Bibliothek Paderborn
Soirée am 22. Mai
1995 im Anschluß an die Jahreshauptversammlung des Fördervereins der Bibliothek
Ausgestellt und mit
zahlreichen Reproduktionen dokumentiert war das Paderborner Exemplar der Kölner
Bibel, deren Holzschnitte durchweg koloriert sind.
[Evangelistenbilder (nicht
koloriert): Matthäus – Markus – Lukas – Johannes]
Aus dem
Bibelumfeld wurden weiterhin ausgestellt:
Die Lutherbibel (verschiedene Exemplare)
Katholische Bibelübersetzungen nach Luther
Bibelübersetzung von
Hieronymus Emser
Faksimile der
Gutenbergbibel mit dem Fragment eines Pergament-Exemplars
Vortrag zur Kölner Bibel und deren Restaurierung
(Hermann-Josef Schmalor)
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Warum sind wir eigentlich heute abend hier zusammengekommen?
Es geht um eine Bibel, die sicher einige hundert Jahre im Paderborner Franziskanerkloster lag und durch die bewahrende Kraft einer klösterlichen Gemeinschaft uns überliefert worden ist. Sie mußte jedoch in den letzten 2 Jahren einer gründlichen Aufarbeitung unterzogen werden. Das geschah, wie wir noch sehen werden, nicht ohne gute Gründe unter Beteiligung renommierter Fachleute der Bayerischen Staatsbibliothek in einer der bedeutendsten Restaurierungswerkstätten Deutschlands, nämlich bei Sonnfriede Scholl in München, die auch etwa an den Restaurierungsarbeiten am berühmten Evangeliar Heinrichs des Löwen beteiligt war.
Ein solcher Aufwand für eine Bibel nun will gerechtfertigt sein.
Denn es hat wohl kaum in der Geschichte ein Buch gegeben, das so oft und in so unterschiedlicher Ausstattung gedruckt wurde und so hohe Auflagen erzielt hat wie die Bibel seit dem berühmten ersten Bibeldruck durch Johannes Gutenberg um 1450. Schon in den ersten 50 Jahren nach Erfindung der Buchdruck-Kunst, also in der Inkunabelzeit, gab es Dutzende von Bibelausgaben und -auflagen. Fast jeder Drucker glaubte, mit der Bibel zunächst einmal ein gutes Geschäft machen zu können. Die Bibel war das Buch, das überall in der damaligen gelehrten Welt gebraucht wurde, zumindest mußte man es besitzen. In den Bibliotheken haben sich zahllose Bibelausgaben erhalten, und hier in der Akademischen Bibliothek allein gibt es noch 28 Bibeldrucke aus dem 15. Jahrhundert.
Wenn wir also hier zusammen gekommen sind, um den Abschluß der Restaurierungsarbeiten an einer Bibel zu begehen, dann muß diese Bibel schon etwas Besonderes sein, etwas haben, das sie aus all den vielen anderen Bibeln heraushebt.
In der Tat: Sie ist alt; sie ist selten; sie ist
in die niederdeutsche Volkssprache übersetzt; sie mit bunt ausgemalten
Holzschnitten illustriert, also kurz schön. Alle diese Eigenschaften zusammen
machen sie zu einem Glanzstück der Paderborner Inkunabeln und rechtfertigen es
durchaus, ihr einen Freitagabend in gehobenem Rahmen zu widmen.
Ich möchte nun diese Eigenschaften noch ein wenig erläutern:
Das Alter eines Buches allein macht noch nicht unbedingt dessen Wert aus. Erst wenn die Entstehungszeit eines gedruckten Buches in das 15. Jahrhundert zurückreicht, wird dieses umgeben von einer bibliophilen Aura, die sich mit dem Fachterminus Inkunabel oder Wiegendruck verbindet. Als erster westfälischer Inkunabel-Liebhaber ließ sich der Münstersche Domherr Bernhard von Mallinckrodt von diesen frühen Drucken faszinieren. Er war bereits vor 1640 durch die Klöster des Münsterlandes gezogen und hatte speziell nach den frühesten Zeugnissen der Buchdruckkunst geforscht. Ob ihm dabei auch ein Exemplar der Kölner Bibel begegnet ist, wissen wir nicht. Wir wissen jedoch, daß er ein solches sicher hätte sehen können, wäre er zu dieser Zeit in Paderborn beim Pfarrer der Marktkirche aufgetaucht und hätte sich hier nach einer alten Bibel in deutscher Sprache mit vielen altertümlich wirkenden Bildern erkundigt.
Die Paderborner Marktkirchpfarrei oder deren Pfarrer Everhardus Braun (Pfarrer dort von 1637-1654), der den Beinamen "Malleus haereticorum trug, waren nämlich zumindest zeitweise die Eigentümer unserer Kölner Bibel. Das sagen uns die leider nur noch bruchstückhaft erkennbaren Besitzeintragungen. Doch damals schon war unsere Bibel sicher gut 150 Jahre alt; nähere Angaben zum Alter waren zunächst schwierig; sie enthält weder das Erscheinungsjahr noch einen Druckervermerk. Um Genaueres herauszufinden, setzten bald umfangreiche Forschungen ein, die bis heute andauern. Wir wollen uns hier damit begnügen, die Ergebnisse dieser teilweise doch sehr diffizilen Forschungen zu referieren. Dabei bleibt festzuhalten: Der Druck wird heute in die Jahre 1478/79 datiert und dem Drucker Bartholomäus von Unckel zugeschrieben. Vermutlich steht dahinter jedoch ein Verlegerkonsortium, dem auch angehörten der Kölner Heinrich Quentell und Anton Koberger aus Nürnberg, der uns später noch eimal im Zusammenhang mit den Holzschnitten begegnen wird. Das Alter unserer Bibel ist damit relativ genau auf ein gutes halbes Jahrtausend festgelegt - was jedoch allein noch nicht einen solchen Abend wie den heutigen rechtfertigen würde.
Dazu kommt nämlich noch, daß sie heute äußerst selten ist. In der Bayerischen Staatsbibliothek steht ein Exemplar sicher nicht ohne gute Gründe unter den Rara. Die niederdeutsche Bibliographie von Borchling und Claussen weist in Deutschland 11 vollständige Exemplare nach, das allerdings war 1936, wieviele davon den Krieg überstanden haben, ist noch ungeklärt. Schließlich zeigt das Jahrbuch der Auktionspreise, das seit 1950 erscheint, daß in dieser ganzen Zeit bis heute nicht ein einziges Exemplar auf eine Versteigerung gebracht worden ist. Wer die Kölner Bibel also einmal hat, der gibt sie nie wieder ab. Bei dieser großen Seltenheit ist es schon ein Ereignis, wenn ein bis jetzt noch völlig unbekanntes Exemplar gefunden oder besser wiederentdeckt wird und der Öffentlichkeit vorgestellt werden kann.
Neben dem ehrwürdigen Alter und der großen Seltenheit gibt es noch ein weiteres Merkmal, das die Kölner Bibel aus den viele Bibelausgaben auch der Inkunabelzeit heraushebt. Es ist die Sprache. Während die eigentliche Bibelsprache damals Latein war, das man in Gelehrtenkreisen wie die Muttersprache benutzte, gab es auch Übersetzungen in die deutsche Sprache. Bereits im Mittelalter waren erstaunlich viele deutsche Übersetzungen der Bibel vorhanden, die in rund 1.000 Handschriften oder Handschriftenfragmenten überliefert sind. Eine heute verlorene Handschrift des 14. Jahrhunderts aus dem Nürnberger Raum bildete die Grundlage für den ersten deutschen Bibeldruck, der im Jahre 1466 in Straßburg entstand. In dieser oberdeutschen Tradition stehen 13 weitere Ausgaben bis zum Jahr 1518.
Im niederdeutschen Raum war die Sprache dieser deutschen Bibeln nur schwer verständlich, so daß hier bald ebenfalls das Bedürfnis aufkam, die Bibel in der Sprache zu drucken, die man auch gut verstand. Das Ergebnis des ersten niederdeutschen Bibeldruck-Unternehmens war die Kölner Bibel. Man ging dabei sehr gründlich zu Werke. Es reichte offensichtlich nicht, nur einen niederdeutschen Dialekt zu berücksichtigen, sondern diese Bibel entstand gleich in zwei verschiedenen Versionen: die eine im niederrheinischen oder westwestfälischen Dialekt, die andere im niedersächsischen oder ostwestfälischen Dialekt. Am besten lassen sich die beiden Fassungen auseinanderhalten durch die Form des Bindewortes "und", das im Niederrheinischen als "ende", im Niedersächsischen als "unde" auftritt. Wenn wir also herausfinden wollen, welche Ausgabe in unserem Paderborner Exemplar vorliegt, suchen wir nach dem Wörtchen "und" und stellen bald fest, daß es in der Form "ende" vorkommt, also nicht wie vielleicht zu vermuten gewesen wäre in ostwestfälischer Mundart, sondern in der westwestfälischen Version.
Nach der Kölner, der ersten niederdeutschen Bibel entstanden nur noch zwei weitere niederdeutsche Bibelausgaben, nämlich 1494 in Lübeck und die letzte vorlutherische deutsche Bibel überhaupt, die Halberstädter im Jahr 1522. Damit gab es insgesamt 18 deutsche Bibelausgaben, bis im September 1522 "Das newe Testament deutzsch" in der Übersetzung Martin Luthers erschien, der ja damit die Heilige Schrift in eine Sprachform kleidete, die nicht nur regional, sondern im gesamten deutschen Sprachbereich verstanden werden konnte und damit die ober- und niederdeutschen Fassungen für die Zukunft überflüssig machte.
Wir haben bisher etwas erfahren über das Alter, die Seltenheit und die sprachlichen Besonderheiten der Kölner Bibel. Schon allein diese Merkmale würden sie aus der großen Menge der gedruckten Bibeln stark herausheben. Das eigentlich Faszinierende aber ist das, was man am besten mit dem Wort Schönheit bezeichnen kann.
Zunächst einmal ist die Schönheit der frühen Drucke ein allgemeines Phänomen. Diese Wiegendrucke oder Inkunabeln wurden schon bald als etwas Besonderes geschätzt und auch heute wird man feststellen, daß hier bereits die Buchdruck-Kunst zu einer Höhe gelangt ist, die später nur noch in ganz seltenen Fällen erreicht wurde, insbesondere bei den Bibeldrucken. Der Grund dafür ist einsichtig, wenn man bedenkt, daß damals die gedruckten Bücher noch mächtige Konkurrenten in den farbenprächtig ausgestatteten Bibel-Handschriften hatten. Gutenberg wußte genau: er hatte erst dann eine Chance, wenn er mit seiner neuen Technik ein Werk vorlegen konnte, das in Schönheit und Ausgewogenheit des Druckbildes den handschriftlichen Vorläufern gleichkam. Die Gutenbergbibel ist also nicht nur das erste, sondern auch unwidersprochen das schönste Buch der frühen Druckgeschichte. Sie setzte damit Maßstäbe, an denen sich die späteren Drucker orientierten; aber nur ganz wenige gelangten in künstlerischer Hinsicht in die Nähe dieser Vorgabe. Die Kölner Bibel darf mit Recht zu diesem erlesenen Kreis beeindruckend gestalteter Bibelausgaben gerechnet werden. Sie zieht den Betrachter nicht so sehr wie die Gutenbergbibel durch die Ebenmäßigkeit und Vollkommenheit des Druckbildes in ihren Bann, sondern durch die 123 Holzschnitte, die hier erstmalig in dieser Fülle textbezogen die Heilige Schrift illustrieren.
Bei den gedruckten Bibeln in der Inkunabelzeit sind Illustrationen nur in landessprachlichen Übersetzungen zu finden. Die lateinischen Ausgaben blieben, bis auf wenige Sachdarstellungen (wie etwa die Bundeslade oder die Darstellung des Tempels in Jerusalem), ohne Illustrationen, ebenso auch die beiden ersten deutschen Bibeln von 1466 und 1470. Die weiteren oberdeutschen Bibeln, die bis auf eine Ausnahme alle in Augsburg gedruckt wurden, enthalten insbesondere Initialen-Holzschnitte, die jeweils eine Szene aus dem nachfolgenden biblischen Buch bringen. Man kann jedoch sagen, daß die Holzschnitte in diesen Bibeln bis 1480 eher dem dekorativen Buchschmuck als der inhaltlichen Verkündigung dienen sollten.
Mit den Bildern der Kölner Bibel setzt eine neue Entwicklung ein. Wilhelm Worringer, der 1923 in der bibliophilen Reihe "Hauptwerke des Holzschnitts" die Kölner Bibel vorstellt, urteilt über deren Bilderzyklus: "Erst die Kölner Bibel verwirklicht das Ideal einer richtigen Bilderbibel, d.h. einer Bibel, bei der die Bilder nicht vereinzelte Zutaten sind, sondern mit dem vollen Gewicht der Gleichberechtigung neben dem gedruckten Text erscheinen. Das ist das Überraschende dieses Buches, daß es uns unvermittelt und überganslos vor diesen neuen und später so selbstverständlichen Typus stellt. ... (Er) wird von den Zeitgenossen als Ereignis empfunden und jede weitere Entwicklung orientiert sich an ihm wie selbstverständlich als Grundform. Die Kompositionen der Kölner Bibel werden geradezu kanonisch für die gesamte Frühgeschichte der deutschen Bibelillustration bis zur Reformation." Soweit Wilhelm Worringer. Trotz eines erheblichen Forschungsaufwandes konnte bislang nicht geklärt werden, wer für den Holzschnittzyklus der Kölner Bibel verantwortlich ist. Namen bleiben unbekannt wie bei so vielen entwerfenden und ausführenden Künstlern bis weit ins 16. Jahrhundert hinein. Künstlerische Vorgaben sind sicher in der Biblia pauperum zu sehen, besonders aber ist eine Historienbibel-Handschrift in der Berliner Staatsbibliothek ausgemacht worden, deren Zeichnungen zumindest teilweise, wahrscheinlich aber auch nur mittelbar dem Künstler der Kölner Bibel vor Augen gestanden haben könnten. Ein flämisch und französisch beeinflußter Holzschneider hat die handschriftlichen Vorlagen vereinfacht, aber monumentaler in den Holzschnitt übertragen. Die Übereinstimmungen sind auffallend, gehen aber nicht soweit, daß man den Kölner Bildern eine Eigenständigkeit absprechen müßte. Auch das Bildprogramm ist nicht ganz identisch.
Wie sieht nun dieses Bildprogramm aus? Was ist ins Bild gesetzt worden? Wo liegen die Schwerpunkte der Illustration?
Die Antwort kann ziemlich eindeutig ausfallen: nämlich im vorderen Teil des Alten Testaments und ganz am Ende in der Geheimen Offenbarung. Das übrige Neue Testament enthält lediglich die Autorenbilder der vier Evangelisten und einen im Gegensatz zu den sonst zweispaltigen querformatigen Holzschnitten einen einspaltigen quadratischen Holzschnitt, der gleich neunmal vor den Apostelbriefen verwendet wurde und im Paderborner Inkunabelkatalog abgebildet ist. Darstellungen aus dem Leben Jesu und vor allem aus der Passion fehlen völlig, was einigermaßen verwundert. Über die Gründe dafür können wir nur Vermutungen anstellen. Vielleicht waren die zentralen Themen der Heilsgeschichte und der Verkündigung schon so bekannt aus den Darstellungen in den Wandmalereien der Kirchen, auf Altären oder auch aus anderen Büchern, daß man glaubte in einer Vollbibel darauf verzichten zu können. Vielleicht ist man aber auch mit den Holzschnitten nicht zu Ende gekommen oder man hat zunächst die Darstellungen geschaffen, die man sich bildlich-szenisch am besten vorstellen konnte. Apokalyptische Themen reizten natürlich mehr zu phantasievollen Darstellungen als etwa die Paulusbriefe. Auch im Alten Testament, das 102 Holzschnitte enthält, gibt es Schwerpunkte. Insbesondere die historischen Bücher sind reich bebildert. So gibt es neun Holzschnitte zur Josefs-Geschichte, 33 Holzschnitte zum Leben des Mose. Die Regierung der Könige Saul, David und Salomo wird mit 13 Bildern illustriert, acht Bilder gehören zum Buch Daniel.
Die Wirkungsgeschichte dieser Bilder reicht bis weit in die Reformationszeit hinein. Mit den gleichen Holzstöcken wurde 1483 die 9. deutsche Bibel in Nürnberg gedruckt und zwar von Anton Koberger, der ja auch verlegerisch schon an der Kölner Bibel beteiligt war und für die damalige Zeit weitreichende geschäftliche Beziehungen bis ins Ausland hatte. Von daher ist die sehr hohe Auflage der Nürnberger Bibel von etwa 1.500 Exemplaren verständlich. So wurden die Kölner Holzschnitte weit bekannt und konnten jenen großen Einfluß auf die nachfolgenden Bibelillustrationen nehmen.
Ein letztes Mal wurden die Original-Holzstöcke verwendet für die ebenfalls niederdeutsche Halberstädter Bibel von 1522. Daneben gab es zahlreiche bessere oder schlechtere Kopien der Kölner Bilder. Besonders in Augsburg wurden die Bilder zum Teil nachgeschnitten und letztmalig 1518 benutzt. Im Jahre 1523 erschien in Basel eine Bibelausgabe, die teilweise von Hans Holbein d. J. illustriert wurde mit Holzschnitten, die sich an den Augsburger Kopien der Kölner Bilder orientierten.
Ich möchte Ihnen nun einige dieser Bilder im Dia zeigen und dabei nicht mehr viele Worte verlieren. Zunächst sehen Sie die vier Evangelistenbilder des Neuen Testaments, anschließend die neun Holzschnitte zur Josephsgeschichte aus der Genesis
Der Bilderzyklus der Josephs-Geschichte aus dem Alten Testament (Genesis 37 ff)zeigt uns auf der einen Seite die Schönheit der Holzschnitte und deren Kolorierung, andererseits macht er aber auch die neue Funktion von Bildern in der Bibel deutlich: Sie fügen sich zusammen zu einer Darstellungsfolge, die sich eng an den Text anlehnt und damit über das dekorative Element hinaus auch ihren Platz in der Verkündigung hat.
Die Geschichte selbst ist sicher bekannt, ich gebe lediglich einen kurzen Text zu den Bildern.
Joseph und seine
Brüder
Aus einer Holzschnittfolge der Kölner Bibel
Joseph, auf den
seine Brüder neidisch geworden waren und den sie in eine Zisterne geworfen
hatten, wird an eine Karawane von Ismaeliten verkauft, die nach Ägypten
zieht. Abbildung.
In Ägypten wird
Joseph an Potiphar, den Obersten der Leibwache des Pharao, verkauft und auf
eine falsche Anschuldigung von Potiphars Frau hin ins Gefängnis geworfen. Abbildung.
Der Pharao träumt
von den sieben fetten und den sieben mageren Kühen, die von Joseph als sieben Jahre
des Wohlstandes und sieben Jahre der Hungersnot gedeutet werden, woraufhin
Joseph zum obersten Verwalter in Ägypten bestellt wird.
Die von Joseph
vorausgesagte Hungersnot greift auch auf die Nachbarländer Ägyptens über.
Josephs Brüder kommen aus Kanaan nach Ägypten und wollen Getreide kaufen.
Auf Befehl des
unerkannt gebliebenen Joseph wird in den Kornsack Benjamins, des jüngsten
Bruders, Josephs silberner Becher gepackt. Joseph will die Gesinnung seiner
Brüder prüfen, indem er Benjamin beschuldigt, den Becher gestohlen zu haben. Am
Verhalten seines Bruders Juda, der für Benjamin in Ägypten bleiben will, erkennt
Joseph, daß sich der Sinn seiner Brüder zum Besseren gewandelt hat. Abbildung.
Joseph gibt sich zu
erkennen und fordert seine Brüder auf, nach Ägypten zu übersiedeln. Die Brüder
kehren mit gefüllten Säcken in ihre Heimat zurück, um auch ihren alten Vater
Jakob und ihr ganzes Gesinde zu holen.
Jakob und seine
Söhne treffen in Ägypten ein und erhalten vom Pharao das Land, in dem sie
wohnen sollen.
Vor seinem Tod
versammelt Jakob seine Söhne, um ihnen ihr weiteres Schicksal zu verkünden
und sie zu segnen.
Jakob wird gemäß
seiner Weisung nicht in Ägypten, sondern in Kanaan bei seinen Vätern begraben.